Schritt für Schritt zum hydraulischen Abgleich - die vier wichtigsten Checklisten

Braucht mein Haus einen hydraulischen Abgleich? Wurde dieser fachgerecht durchgeführt? Was sollte man nach erfolgter Heizungsoptimierung wissen? Unsere Checklisten liefern Ihnen wichtige Anhaltspunkte, damit Sie den hydraulischen Abgleich in der Praxis erfolgreich umsetzen.

Checkliste 1: Braucht meine Heizungsanlage einen hydraulischen Abgleich?

Wenn mindestens einer der nachfolgenden Punkte auf Ihre Heizungsanlage oder Ihr Haus zutrifft, sollten Sie eine Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich ins Auge fassen.

  • Einige Räume im Haus werden zu warm, andere hingegen bleiben kühl, obwohl die Heizung aufgedreht ist.
  • Es gab Modernisierungen am Haus wie beispielsweise die Dämmung der Fassade, die Heizeinstellung wurde aber nicht angepasst.
  • Es pfeift und rauscht in den Heizkörpern.
  • Es wurde ein neuer Heizkessel oder eine neue Wärmepumpe eingebaut. Für den einwandfreien Betrieb der Anlage ist dann ein hydraulischer Abgleich erforderlich und nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) vorgeschrieben.

Tipp: Auch wenn keiner dieser Punkte auf Sie zutrifft, ist es im Ausnahmefall möglich, dass Ihre Heizungsanlage einen hydraulischen Abgleich braucht. Der einfachste Weg, dies mit Sicherheit herauszufinden: Fragen Sie Ihren Heizungsfachmann, ob bereits eine hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde. Mit dem kostenlosen Online-Ratgeber WärmeCheck finden Sie zusätzlich heraus, wie schnell sich ein hydraulischer Abgleich individuell für Sie rechnet.

Bei der Einstellung der Anlage wird meist davon ausgegangen, dass 21 Grad eine ausreichende Temperatur für Wohngebäude ist. Ausnahme ist das Badezimmer. Höhere Temperaturen sind nur möglich, wenn dies im Vorfeld mit dem Heizungsfachmann abgestimmt wird. Allerdings reduziert sich dadurch das Einsparpotenzial des hydraulischen Abgleichs.

Checkliste 2: Wie finde ich den richtigen Handwerker für einen hydraulischen Abgleich?

Eine Checkliste wird abgehakt(c) seen - Fotolia.com

Der hydraulische Abgleich ist eine Aufgabe für Heizungsfachbetriebe. Energieberater und Schornsteinfeger können im Vorfeld beraten und die Berechnungen vornehmen. Spezielle Datenbanken im Internet, zum Beispiel „Rat und Tat”, das Branchenbuch für Modernisierer, helfen bei der Suche nach dem richtigen Experten in der Nähe. Auch die Verbraucherzentrale Energieberatung bietet eine Datenbank in ihren Beratungsstellen. Die Tipps unserer Checkliste unterstützen Sie beim Suchen:

  • In einem Vorgespräch am Telefon sollte ein guter Fachmann Referenzobjekte nennen können, in denen er bereits einen hydraulischen Abgleich gemacht hat.
  • Bitten Sie um Angaben zu Kosten und Einsparungen.
  • Lassen Sie sich erklären, welche Schritte im Einzelnen bei einem hydraulischen Abgleich vorgenommen werden.
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie nicht gleich beim ersten Versuch den passenden Handwerker finden. Immer mehr Fachleute entdecken die Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich als zusätzliches Geschäftsfeld.
Partnerangebot
Haus-Check und Datenaufnahme(c) co2online/Alois Müller

Angebote für den hydraulischen Abgleich einholen

Dank Förderung ist die Durchführung des hydraulischen Abgleichs derzeit besonders günstig. Starten Sie jetzt Ihre Heizungsoptimierung und lassen Sie sich unverbindlich Angebote von Handwerksbetrieben aus Ihrer Region erstellen.

Zum Angebotsformular

Checkliste 3: Wurde der hydraulische Abgleich ordentlich ausgeführt?

Nach einem hydraulischen Abgleich gibt es meist keine neuen Geräte zu sehen. Die Verbesserungen spielen sich im Inneren ab – von außen sieht die Heizungsanlage aus wie zuvor.

Deswegen ist es für Laien schwierig einzuschätzen, ob der hydraulische Abgleich vollständig und richtig umgesetzt wurde. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, welche Schritte der Heizungsfachmann für einen ordnungsgemäß vorgenommenen hydraulischen Abgleich garantiert gemacht haben sollte:

  • Datenaufnahme vor Ort, um die Heizlast für jeden Raum zu bestimmen. Neben der Raumgröße spielen dabei Faktoren wie die Dämmung der Außenwände oder des Daches eine Rolle.
  • Bestandsaufnahme der Heizung: Abhängig von der Heizkörpergröße und der Vorlauftemperatur des Heizsystems wird die notwendige Heizwassermenge bestimmt. Inspektion der Rohrleitungen und der Heizungspumpe. Außerdem muss geklärt werden, ob voreinstellbare Thermostatventile nachzurüsten sind.
  • Ausrechnen der Werte für die voreinstellbaren Thermostate mittels eines speziellen Computerprogramms für den hydraulischen Abgleich.
  • Einstellen der berechneten Werte an jedem einzelnen Heizkörper des Hauses.
  • Einstellung der Heizungspumpe optimieren oder Pumpentausch vornehmen.
  • Anpassung der Heizkurve an der Steuerung des Wärmeerzeugers.
  • Einweisung in die Funktion der Anlage und Übergabe einer Mappe, in der alle Berechnungen und Ergebnisse dokumentiert sind.

Checkliste 4: Muss ich mein Heizverhalten nach einem hydraulischen Abgleich ändern?

Bei einer Optimierung der Heizung durch einen hydraulischen Abgleich wird die Anlage an den tatsächlichen Bedarf des Gebäudes angepasst. Konkret heißt das: Die mögliche Leistungsabgabe der Heizkörper wird eingeschränkt, um jeden Raum nur mit der erforderlichen Wärmemenge zu versorgen und so Energieverschwendung zu verhindern. Sie können diese energiesparende Optimierung der Anlage unterstützen, wenn Sie sich an folgende Punkte halten:

  • Vermeiden Sie Stop and Go-Betrieb, also das ständige Rauf- und Runterdrehen der Thermostate. Damit die Räume warm bleiben, muss nun kontinuierlich geheizt werden. Wählen Sie eine Thermostateinstellung, bei der angenehme Temperaturen erreicht werden und behalten Sie diese bei.
  • Entscheidend ist nicht, ob Ihr Heizkörper immer warm ist, sondern ob im Zimmer die gewünschte Temperatur herrscht. Um das zu erreichen, muss nun kontinuierlicher geheizt werden und es sind gegebenenfalls bisher unbenutzte Heizkörper aufzudrehen. Der Energieverbrauch ist trotz kontinuierlicher Beheizung geringer, da die Heizkörpertemperaturen geringer sind.
  • Ein Auskühlen der Räume, etwa durch dauerhaft gekippte Fenster, sollte vermieden werden. Ein unbeabsichtigtes Ablüften kostbarer Wärme durch das Fenster macht sich nun schnell durch eine sinkende Raumtemperatur bemerkbar.
  • Nicht wundern, wenn Ihre Heizung den Betrieb zwischenzeitlich einstellt. Die Vorlauftemperatur passt sich jetzt dem Wärmebedarf Ihres Gebäudes in Abhängigkeit von der aktuellen Außentemperatur an. Ist eine Außentemperatur erreicht, bei der das Gebäude keine Wärme benötigt, wird der Heizbetrieb automatisch eingestellt. Diese so genannte Heizgrenztemperatur ist unter anderem von der Qualität der Bausubstanz abhängig und liegt typischerweise zwischen 10 und 15 Grad Celsius.

Autor: Andreas Braun

weiter

  • WärmeCheck

    Der hydraulische Abgleich ist der Geheimtipp zum Heizenergie sparen. Jetzt in nur 5 Minuten individuell berechnen: Lohnt sich die Optimierung? Wie hoch ist das Einsparpotenzial? Mit Tipps und Kontaktdaten von Experten in Ihrer Nähe.

    Jetzt Ratgeber starten