Checkliste 1
Braucht meine Heizungsanlage einen hydraulischen Abgleich?
Checkliste 2
Wie finde ich den richtigen Handwerker für einen hydraulischen Abgleich?
Checkliste 3
Wurde der hydraulische Abgleich ordentlich ausgeführt?
Checkliste 4
Muss ich mein Heizverhalten nach einem hydraulischen Abgleich ändern?
Checkliste 1
Wenn mindestens einer der nachfolgenden Punkte auf Ihre Heizungsanlage oder Ihr Haus zutrifft, sollten Sie eine Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich ins Auge fassen.
Denn: Ihre Heizung kann mehr!
Tipp: Auch wenn keiner dieser Punkte auf Sie zutrifft, ist es im Ausnahmefall möglich, dass Ihre Heizungsanlage einen hydraulischen Abgleich braucht. Der einfachste Weg, dies mit Sicherheit herauszufinden: Fragen Sie Ihren Heizungsfachmann, ob bereits eine hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde. Mit dem kostenlosen Online-Ratgeber WärmeCheck auf www.meine-heizung.de finden Sie zusätzlich heraus, wie schnell sich ein hydraulischer Abgleich individuell für Sie rechnet.
Bei der Einstellung der Anlage wird meist davon ausgegangen, dass 21 Grad eine ausreichende Temperatur für Wohngebäude ist. Ausnahme ist das Badezimmer. Höhere Temperaturen sind nur möglich, wenn dies im Vorfeld mit dem Heizungsfachmann abgestimmt wird. Allerdings reduziert sich dadurch das Einsparpotenzial des hydraulischen Abgleichs.
Checkliste 2
Der hydraulische Abgleich ist eine Aufgabe für Heizungsfachbetriebe. Energieberater und Schornsteinfeger können im Vorfeld beraten und die Berechnungen vornehmen. Spezielle Datenbanken im Internet, zum Beispiel „Rat und Tat”, das Branchenbuch für Modernisiererhttp://www.meine-heizung.de, helfen bei der Suche nach dem richtigen Experten in der Nähe. Auch die Verbraucherzentrale bietet eine Datenbank ihrer Energieberatungsstellen. Die Tipps unserer Checkliste unterstützen Sie beim Suchen:
Checkliste 3
Nach einem hydraulischen Abgleich gibt es meist keine neuen Geräte zu sehen. Die Verbesserungen spielen sich im Inneren ab – von außen sieht die Heizungsanlage aus wie zuvor.
Deswegen ist es für Laien schwierig einzuschätzen, ob der hydraulische Abgleich vollständig und richtig umgesetzt wurde. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, welche Schritte der Heizungsfachmann für einen ordnungsgemäß vorgenommenen hydraulischen Abgleich garantiert gemacht haben sollte:
Checkliste 4
Bei einer Optimierung der Heizung durch einen hydraulischen Abgleich wird die Anlage an den tatsächlichen Bedarf des Gebäudes angepasst. Konkret heißt das: Die mögliche Leistungsabgabe der Heizkörper wird eingeschränkt, um jeden Raum nur mit der erforderlichen Wärmemenge zu versorgen und so Energieverschwendung zu verhindern. Sie können diese energiesparende Optimierung der Anlage unterstützen, wenn Sie sich an folgende Punkte halten:
Sehr geehrter Herr Meier,
gerne versuchen wir, Ihnen Ihre Frage detailliert zu beantworten:
Die Thermostatköpfe haben die Aufgabe, die Temperatur im Raum konstant zu halten, indem sie interne und solare Wärmeeinflüsse ausgleichen. Der Thermostatkopf ist kein festes Element zur Volumenstrombegrenzung. Die Folge ist, dass diese bei der Wärmeanforderung in einem nicht abgeglichenen und somit meist überdimensionierten System das Ventil mit dem Öffnen eine zu große Menge Warmwasser einströmen lässt. Auf das nun folgende Überhitzen durch Überdimensionierung reagiert das Ventil mit einem schnellen Schließen – das System beginnt zu Schwingen (AUF/ZU/…).
Zusätzlich lassen sich die Lüftungswärmeverluste (speziell in der Übergangszeit) minimieren, da durch die gezielte Leistungsanpassung der Heizkörper ein Halten der Raumtemperatur bei gekipptem Fenster nicht mehr möglich ist und dadurch ein „Hinausheizen“ verhindert werden soll. Zusätzlich würde das von Ihnen beschriebe System der Temperaturselbstregulierung nur in einem Einfamilienhaus funktionieren. Beim Zweifamilienhaus oder Mehrfamilienhaus wird dies allein aus Nutzergründen nicht klappen, wenn nicht alle Bewohner ein ähnliche Engagement an den Tag legen.
Ein weiterer Aspekt ist, dass normalerweise die Vorlauftemperatur von der Außentemperatur abhängig ist und somit bei einer Temperaturänderung alle Thermostate neu eingestellt werden müssen. Dies ist aus praktischen Gründen nicht zu empfehlen.
Wenn die Anlage austariert ist, durch den Hydraulischen Abgleich, können oftmals Vorlauftemperatur und Anlagenvolumenstrom reduziert werden. Da beides rein physikalisch gleichermaßen für den Energiegehalt des Mediums verantwortlich ist, lässt sich hierdurch eine Einsparung rechtfertigen.
Viele moderne Wärmeerzeuger (z. B. Brennwertkessel oder Wärmepumpen) profitieren zudem von den geringeren Systemtemperaturen durch einen verbesserten Wirkungsgrad infolge von verminderten Oberflächentemperaturen und Stillstandverlusten aufgrund vorheriger Überdimensionierung (AN/AUS/…) Ein weiterer Einspareffekt wird durch die Verringerung von Verteilverlusten im Zuge der Temperaturreduktion erzielt.
Mit herzlichen Grüßen
Andreas Braun
Hallo,
worin besteht denn nun die Einsparung an Energie? Die wird nicht beantwortet, nur - es wird weniger Energie benötigt -. Ihre Aussage ist daher falsch. Es gibt keine Einsparung, die nicht auch vorher, also ohne Abgleich möglich gewesen wäre. Voraussetzung ist allerdings, die Regelung eines zu stark aufgeheizten Raumes nicht über die Fensterlüftung vorzunehmen.
Es steht doch immer frei, sich für jeden Raum ein Thermometer zu beschaffen, und nach den angezeigten Werten die Heizung einzustellen.
Auch die vielbeschworene Absenkung der Vorlauftemperatur führt nur dann zu einer Energieeinsparung, wenn tatsächlich weniger Wärme benötigt wird, denn sonst muß man die Regelventile in den jeweiligen Räumen höher aufdrehen.
Denn das Trägermedium Wasser liefert die Energie in die Räume über die Wassermenge und die Wassertemperatur und das im Wechselspiel. Also: weniger Wasser, dann höhere Temperatur; mehr Wasser, kann niedrigere Temperatur.
Wie schalten Sie dann aber die physikalischen Gesetze aus?
Mit freundlichen Grüßen
Hallo Frank,
danke für Ihren Kommentar und Ihre Anregung.
Der hydrauliche Abgleich ist eine Sache für den Fachmann. Wir raten Hauseigentümern daher davon ab, den hydraulischen Abgleich selbst zu machen. Lassen Sie besser einem Heizungsmonteur den Vortritt. Denn nur ein fachgerecht vorgenommener Abgleich nutzt die möglichen Spareffekte vollständig aus. Einen Experten in Ihrer Nähe finden Sie mit Rat & Tat, unserem Online-Branchenbuch für Modernisierer.
Herzliche Grüße
Andreas Braun
Schön wäre eine Anleitung zur wirklichen Grob-Prüfung des hydraulischen Abgleichs: komplett kalte Anlage - Alle HK-Ventile voll auf - Mischer auf - Gleichmäßige Erwärmung von oben nach unten - Rücklauf im HZ-Keller steigt erst an, wenn der letzte warm ist.
Ein Fachmann kann das sicher besser beschreiben, als 'Kochrezept' für den versierten Heiz-Laien.
Der zweite Schritt wäre eine entsprechende Grob-Kontrolle der Heizkurve: Stunden voll aufgedreht soll nicht mehr als 22°C (bei jeder Außentemperatur) ergeben.
Dritter Schritt: Grob die Auslegung der Größe der Heizanlage prüfen: Brennerlaufzeit bei 0°C grob 8h pro Tag, bei -15°C ca 18h pro Tag (inkl Nachtabsenkung). Die meisten (zu Großen!) laufen weit weniger: Lang ist besser.
Danke, Frank
Hr. Braun.
Danke für den Hinweis!
Gruß
Toni
Hallo Toni,
vielen Dank für Ihren Kommentar.
Grundsätzlich hat Ihr Monteur mit seiner technischen Einschätzung nicht unrecht. Dennoch können auch Einrohrheizungsanlagen hydraulisch abgeglichen bzw. optimiert werden. Das ist gut, denn: Die rund 1,5 Millionen Einrohrheizungen in Deutschland zählen zu den Heizsystemen, die am wenigsten effizient sind. Im Schnitt sorgen sie für 20 Prozent mehr Heizkosten und 70 Prozent mehr Stromkosten.
Allerdings ist die Vorgehensweise bei einem hydraulischen Abgleich eine etwas andere als bei Zweirohrheizungssystemen. Um Einrohrheizungen hydraulisch abzugleichen, sind an den einzelnen Strängen Volumenstromregler einzubauen (manuelles Strangregulierventil oder Durchflussregler). Die sorgen dafür, dass die Wassermenge auf den exakten Bedarf begrenzt wird. Möglich ist auch ein noch genauerer lastabhängiger hydraulischer Abgleich: mit dem Einsatz von Kombiventilen für hydraulischen Abgleich und Regelung. Am besten Sie Fragen Ihren Heizungsmonteur konkret danach.
Weitere Infos dazu finden Sie auch auf www.meine-heizung.de unter dem Navigationspunkt „hydraulischer Abgleich“> Heizzysteme im Überblick. Und den passenden Monteur finden Sie ganz einfach in Rat und Tat, unserem Online-Branchenbuch für Modernisierer.
Herzliche Grüße
Andreas Braun
Unser Heizungsfachbetrieb sagt, dass ein hydr. Abgleich bei einer Einrohrheizung keinen Sinn macht, da das Wasser auch bei geschlossenen Ventilen im Bypass am Heizkörper vorbei fließt. Zudem brauchen wir die Heizkörper kaum, da die im Fußboden verlegten Rohre ausreichend Wärme abgeben, quasi wie eine Fußbodenheizung.
Nachteil: Schlafzimmer ist kaum unter 20°C zu bekommen.
Finden Sie mit unserer Handwerkerdatenbank einen Fachmann vor Ort. Wir haben die Adressen von rund 500 Handwerkern gesammelt, die einen hydraulischen Abgleich vornehmen und Sie dazu kompetent beraten.
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