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Checkliste – Schritt für Schritt zum hydraulischen Abgleich

Braucht mein Haus einen hydraulischen Abgleich? Wurde dieser fachgerecht durchgeführt? Was sollte man nach erfolgter Heizungsoptimierung wissen? Unsere Checklisten liefern Ihnen wichtige Anhaltspunkte, damit Sie den hydraulischen Abgleich in der Praxis erfolgreich umsetzen.

Checkliste 1

Braucht meine Heizungsanlage einen hydraulischen Abgleich?

Wenn mindestens einer der nachfolgenden Punkte auf Ihre Heizungsanlage oder Ihr Haus zutrifft, sollten Sie eine Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich ins Auge fassen.

Denn: Ihre Heizung kann mehr!

  • Einige Räume im Haus werden zu warm, andere hingegen bleiben kühl, obwohl die Heizung aufgedreht ist.
  • Es gab Modernisierungen am Haus wie beispielsweise die Dämmung der Fassade, die Heizeinstellung wurde aber nicht angepasst.
  • Es pfeift und rauscht in den Heizkörpern.
  • Es wurde ein neuer Heizkessel oder eine neue Wärmepumpe eingebaut. Für den einwandfreien Betrieb der Anlage ist dann ein hydraulischer Abgleich erforderlich und nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) vorgeschrieben.

   
Tipp: Auch wenn keiner dieser Punkte auf Sie zutrifft, ist es im Ausnahmefall möglich, dass Ihre Heizungsanlage einen hydraulischen Abgleich braucht. Der einfachste Weg, dies mit Sicherheit herauszufinden: Fragen Sie Ihren Heizungsfachmann, ob bereits eine hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde. Mit dem kostenlosen Online-Ratgeber WärmeCheck auf www.meine-heizung.de finden Sie zusätzlich heraus, wie schnell sich ein hydraulischer Abgleich individuell für Sie rechnet.

Bei der Einstellung der Anlage wird meist davon ausgegangen, dass 21 Grad eine ausreichende Temperatur für Wohngebäude ist. Ausnahme ist das Badezimmer. Höhere Temperaturen sind nur möglich, wenn dies im Vorfeld mit dem Heizungsfachmann abgestimmt wird. Allerdings reduziert sich dadurch das Einsparpotenzial des hydraulischen Abgleichs.

Checkliste 2

Wie finde ich den richtigen Handwerker für einen hydraulischen Abgleich?

Der hydraulische Abgleich ist eine Aufgabe für Heizungsfachbetriebe. Energieberater und Schornsteinfeger können im Vorfeld beraten und die Berechnungen vornehmen. Spezielle Datenbanken im Internet, zum Beispiel „Rat und Tat”, das Branchenbuch für Modernisiererhttp://www.meine-heizung.de, helfen bei der Suche nach dem richtigen Experten in der Nähe. Auch die Verbraucherzentrale bietet eine Datenbank ihrer Energieberatungsstellen. Die Tipps unserer Checkliste unterstützen Sie beim Suchen:

  • In einem Vorgespräch am Telefon sollte ein guter Fachmann Referenzobjekte nennen können, in denen er bereits einen hydraulischen Abgleich gemacht hat.
  • Bitten Sie um Angaben zu Kosten und Einsparungen.
  • Lassen Sie sich erklären, welche Schritte im Einzelnen bei einem hydraulischen Abgleich vorgenommen werden.
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie nicht gleich beim ersten Versuch den passenden Handwerker finden. Immer mehr Fachleute entdecken die Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich als zusätzliches Geschäftsfeld.

Checkliste 3

Wurde der hydraulische Abgleich ordentlich ausgeführt?

Nach einem hydraulischen Abgleich gibt es meist keine neuen Geräte zu sehen. Die Verbesserungen spielen sich im Inneren ab – von außen sieht die Heizungsanlage aus wie zuvor.

Deswegen ist es für Laien schwierig einzuschätzen, ob der hydraulische Abgleich vollständig und richtig umgesetzt wurde. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, welche Schritte der Heizungsfachmann für einen ordnungsgemäß vorgenommenen hydraulischen Abgleich garantiert gemacht haben sollte:


  • Datenaufnahme vor Ort, um die Heizlast für jeden Raum zu bestimmen. Neben der Raumgröße spielen dabei Faktoren wie die Dämmung der Außenwände oder des Daches eine Rolle.
  • Bestandsaufnahme der Heizung: Abhängig von der Heizkörpergröße und der Vorlauftemperatur des Heizsystems wird die notwendige Heizwassermenge bestimmt. Inspektion der Rohrleitungen und der Heizungspumpe. Außerdem muss geklärt werden, ob voreinstellbare Thermostatventile nachzurüsten sind.
  • Ausrechnen der Werte für die voreinstellbaren Thermostate mittels eines speziellen Computerprogramms für den hydraulischen Abgleich.
  • Einstellen der berechneten Werte an jedem einzelnen Heizkörper des Hauses.
  • Einstellung der Heizungspumpe optimieren oder Pumpentausch vornehmen.
  • Anpassung der Heizkurve an der Steuerung des Wärmeerzeugers.
  • Einweisung in die Funktion der Anlage und Übergabe einer Mappe, in der alle Berechnungen und Ergebnisse dokumentiert sind.

Checkliste 4

Muss ich mein Heizverhalten nach einem hydraulischen Abgleich ändern?

Bei einer Optimierung der Heizung durch einen hydraulischen Abgleich wird die Anlage an den tatsächlichen Bedarf des Gebäudes angepasst. Konkret heißt das: Die mögliche Leistungsabgabe der Heizkörper wird eingeschränkt, um jeden Raum nur mit der erforderlichen Wärmemenge zu versorgen und so Energieverschwendung zu verhindern. Sie können diese energiesparende Optimierung der Anlage unterstützen, wenn Sie sich an folgende Punkte halten:

  • Vermeiden Sie Stop and Go-Betrieb, also das ständige Rauf- und Runterdrehen der Thermostate. Damit die Räume warm bleiben, muss nun kontinuierlich geheizt werden. Wählen Sie eine Thermostateinstellung, bei der angenehme Temperaturen erreicht werden und behalten Sie diese bei.
  • Entscheidend ist nicht, ob Ihr Heizkörper immer warm ist, sondern ob das Zimmer die gewünschte Temperatur erreicht. Der Energieverbrauch ist trotz kontinuierlicher Beheizung geringer, da die Energiemenge besser über den Tag verteilt wird und die Heizungsanlage effizienter läuft.
  • Ein Auskühlen der Räume, etwa durch dauerhaft gekippte Fenster, sollte vermieden werden. Ein unbeabsichtigtes Ablüften kostbarer Wärme durch das Fenster macht sich nun schnell durch eine sinkende Raumtemperatur bemerkbar.
  • Nicht wundern, wenn Ihre Heizung den Betrieb zwischenzeitlich einstellt. Die Vorlauftemperatur passt sich jetzt dem Wärmebedarf Ihres Gebäudes in Abhängigkeit von der aktuellen Außentemperatur an. Ist eine Außentemperatur erreicht, bei der das Gebäude keine Wärme benötigt, wird der Heizbetrieb automatisch eingestellt. Diese so genannte Heizgrenztemperatur ist unter anderem von der Qualität der Bausubstanz abhängig und liegt typischerweise zwischen 10 und 15 Grad.
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Kommentare:

Andreas Braun / "Meine Heizung kann mehr" schrieb am 27.03.2013

Sehr geehrter Herr Meier,

gerne versuchen wir, Ihnen Ihre Frage detailliert zu beantworten:

Die Thermostatköpfe haben die Aufgabe, die Temperatur im Raum konstant zu halten, indem sie interne und solare Wärmeeinflüsse ausgleichen. Der Thermostatkopf ist kein festes Element zur Volumenstrombegrenzung. Die Folge ist, dass diese bei der Wärmeanforderung in einem nicht abgeglichenen und somit meist überdimensionierten System das Ventil mit dem Öffnen eine zu große Menge Warmwasser einströmen lässt. Auf das nun folgende Überhitzen durch Überdimensionierung reagiert das Ventil mit einem schnellen Schließen – das System beginnt zu Schwingen (AUF/ZU/…).

Zusätzlich lassen sich die Lüftungswärmeverluste (speziell in der Übergangszeit) minimieren, da durch die gezielte Leistungsanpassung der Heizkörper ein Halten der Raumtemperatur bei gekipptem Fenster nicht mehr möglich ist und dadurch ein „Hinausheizen“ verhindert werden soll. Zusätzlich würde das von Ihnen beschriebe System der Temperaturselbstregulierung nur in einem Einfamilienhaus funktionieren. Beim Zweifamilienhaus oder Mehrfamilienhaus wird dies allein aus Nutzergründen nicht klappen, wenn nicht alle Bewohner ein ähnliche Engagement an den Tag legen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass normalerweise die Vorlauftemperatur von der Außentemperatur abhängig ist und somit bei einer Temperaturänderung alle Thermostate neu eingestellt werden müssen. Dies ist aus praktischen Gründen nicht zu empfehlen.

Wenn die Anlage austariert ist, durch den Hydraulischen Abgleich, können oftmals Vorlauftemperatur und Anlagenvolumenstrom reduziert werden. Da beides rein physikalisch gleichermaßen für den Energiegehalt des Mediums verantwortlich ist, lässt sich hierdurch eine Einsparung rechtfertigen.

Viele moderne Wärmeerzeuger (z. B. Brennwertkessel oder Wärmepumpen) profitieren zudem von den geringeren Systemtemperaturen durch einen verbesserten Wirkungsgrad infolge von verminderten Oberflächentemperaturen und Stillstandverlusten aufgrund vorheriger Überdimensionierung (AN/AUS/…) Ein weiterer Einspareffekt wird durch die Verringerung von Verteilverlusten im Zuge der Temperaturreduktion erzielt.

Mit herzlichen Grüßen
Andreas Braun

Leonhard Meier schrieb am 14.03.2013

Hallo,
worin besteht denn nun die Einsparung an Energie? Die wird nicht beantwortet, nur - es wird weniger Energie benötigt -. Ihre Aussage ist daher falsch. Es gibt keine Einsparung, die nicht auch vorher, also ohne Abgleich möglich gewesen wäre. Voraussetzung ist allerdings, die Regelung eines zu stark aufgeheizten Raumes nicht über die Fensterlüftung vorzunehmen.
Es steht doch immer frei, sich für jeden Raum ein Thermometer zu beschaffen, und nach den angezeigten Werten die Heizung einzustellen.
Auch die vielbeschworene Absenkung der Vorlauftemperatur führt nur dann zu einer Energieeinsparung, wenn tatsächlich weniger Wärme benötigt wird, denn sonst muß man die Regelventile in den jeweiligen Räumen höher aufdrehen.
Denn das Trägermedium Wasser liefert die Energie in die Räume über die Wassermenge und die Wassertemperatur und das im Wechselspiel. Also: weniger Wasser, dann höhere Temperatur; mehr Wasser, kann niedrigere Temperatur.
Wie schalten Sie dann aber die physikalischen Gesetze aus?


Mit freundlichen Grüßen

Andreas Braun / "Meine Heizung kann mehr" schrieb am 21.06.2012

Hallo Frank,

danke für Ihren Kommentar und Ihre Anregung.

Der hydrauliche Abgleich ist eine Sache für den Fachmann. Wir raten Hauseigentümern daher davon ab, den hydraulischen Abgleich selbst zu machen. Lassen Sie besser einem Heizungsmonteur den Vortritt. Denn nur ein fachgerecht vorgenommener Abgleich nutzt die möglichen Spareffekte vollständig aus. Einen Experten in Ihrer Nähe finden Sie mit Rat & Tat, unserem Online-Branchenbuch für Modernisierer.

Herzliche Grüße
Andreas Braun

Frank schrieb am 20.06.2012

Schön wäre eine Anleitung zur wirklichen Grob-Prüfung des hydraulischen Abgleichs: komplett kalte Anlage - Alle HK-Ventile voll auf - Mischer auf - Gleichmäßige Erwärmung von oben nach unten - Rücklauf im HZ-Keller steigt erst an, wenn der letzte warm ist.
Ein Fachmann kann das sicher besser beschreiben, als 'Kochrezept' für den versierten Heiz-Laien.

Der zweite Schritt wäre eine entsprechende Grob-Kontrolle der Heizkurve: Stunden voll aufgedreht soll nicht mehr als 22°C (bei jeder Außentemperatur) ergeben.

Dritter Schritt: Grob die Auslegung der Größe der Heizanlage prüfen: Brennerlaufzeit bei 0°C grob 8h pro Tag, bei -15°C ca 18h pro Tag (inkl Nachtabsenkung). Die meisten (zu Großen!) laufen weit weniger: Lang ist besser.

Danke, Frank

Toni schrieb am 23.03.2012

Hr. Braun.
Danke für den Hinweis!
Gruß
Toni

Andreas Braun/"Meine Heizung kann mehr" schrieb am 23.03.2012

Hallo Toni,

vielen Dank für Ihren Kommentar.

Grundsätzlich hat Ihr Monteur mit seiner technischen Einschätzung nicht unrecht. Dennoch können auch Einrohrheizungsanlagen hydraulisch abgeglichen bzw. optimiert werden. Das ist gut, denn: Die rund 1,5 Millionen Einrohrheizungen in Deutschland zählen zu den Heizsystemen, die am wenigsten effizient sind. Im Schnitt sorgen sie für 20 Prozent mehr Heizkosten und 70 Prozent mehr Stromkosten.

Allerdings ist die Vorgehensweise bei einem hydraulischen Abgleich eine etwas andere als bei Zweirohrheizungssystemen. Um Einrohrheizungen hydraulisch abzugleichen, sind an den einzelnen Strängen Volumenstromregler einzubauen (manuelles Strangregulierventil oder Durchflussregler). Die sorgen dafür, dass die Wassermenge auf den exakten Bedarf begrenzt wird. Möglich ist auch ein noch genauerer lastabhängiger hydraulischer Abgleich: mit dem Einsatz von Kombiventilen für hydraulischen Abgleich und Regelung. Am besten Sie Fragen Ihren Heizungsmonteur konkret danach.

Weitere Infos dazu finden Sie auch auf www.meine-heizung.de unter dem Navigationspunkt „hydraulischer Abgleich“> Heizzysteme im Überblick. Und den passenden Monteur finden Sie ganz einfach in Rat und Tat, unserem Online-Branchenbuch für Modernisierer.

Herzliche Grüße
Andreas Braun

Toni schrieb am 19.03.2012

Unser Heizungsfachbetrieb sagt, dass ein hydr. Abgleich bei einer Einrohrheizung keinen Sinn macht, da das Wasser auch bei geschlossenen Ventilen im Bypass am Heizkörper vorbei fließt. Zudem brauchen wir die Heizkörper kaum, da die im Fußboden verlegten Rohre ausreichend Wärme abgeben, quasi wie eine Fußbodenheizung.
Nachteil: Schlafzimmer ist kaum unter 20°C zu bekommen.

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