Ein Heizkörperthermostat ist heute praktisch Standard bei jeder Heizung. Vielleicht ist das ein Grund, warum die unscheinbaren Thermostate häufig unterschätzt werden. Denn obwohl jeder die zylinderförmigen Plastikgriffe am Heizkörper kennt und bedient, wissen nur wenige, wie die Thermostate funktionieren und richtig eingestellt werden.
Das Heizkörperthermostat besteht aus einem Unterteil, in dem sich das Ventil befindet und einem so genannten Thermostatkopf. Dort befindet sich auch das Herzstück: ein mit Flüssigkeit oder Gas gefüllter Temperaturfühler, der das Öffnen und Schließen des Ventils steuert. Wird es im Zimmer wärmer als am Thermostat eingestellt, etwa weil die Sonne durch das Fenster scheint, dehnt sich die Flüssigkeit aus und schließt das Ventil. Weniger oder gar kein heißes Wasser strömt durch den Heizkörper. Wird es kälter, zieht sich die Flüssigkeit zusammen und ein so genannter Übertragungsstift öffnet das Ventil. Heißes Wasser strömt wieder und der Heizkörper gibt mehr Wärme ab. Das passiert so lange, bis die eingestellte Temperatur wieder erreicht ist.
So kann in jedem Raum die entsprechende Wunschtemperatur durch das Drehen am Thermostatkopf mit der fünfstufigen Zahlenskala manuell eingestellt werden. Nach rechts gedreht (Stufe 1) wird der Thermostatkopf näher an das Ventil herangeschraubt, die Öffnung des Ventils wird begrenzt und die Raumlufttemperatur gesenkt. Nach links gedreht (Stufe 5) wird das Ventil stärker geöffnet. So kann mehr Heizwasser den Heizkörper durchströmen und die eingestellte Raumtemperatur wird höher. In der Regel bedeutet Stufe 1 unabhängig vom Fabrikat eine Raumtemperatur von etwa zwölf Grad, jede weitere Stufe bringt drei bis vier Grad mehr.
Wie die meisten technischen Geräte verschleißt auch das Thermostatventil mit der Zeit. Die Genauigkeit der Temperaturregelung und die Effizienz lassen nach. Für den Laien ist es oft schwer zu erkennen, ob das Thermostatventil austauschwürdig oder defekt ist. Ob sich der Austausch Ihrer Thermostate rechnet, zeigt Ihnen der ThermostatCheck.
Programmierbare Thermostate funktionieren nach dem gleichen Muster. Nur dass hier statt einer Flüssigkeit ein elektronischer Fühler die Temperatur misst und die Heizkörperventile nicht rein mechanisch, sondern über einen Elektromotor gesteuert werden. Sie regeln die Raumtemperatur nach der Uhrzeit. So ist das Bad morgens zum Duschen warm, kühlt aber tagsüber – wenn es nicht gebraucht wird – auf sparsame 16 Grad ab. So können im Schnitt etwa zehn Prozent Heizkosten gespart werden. Wichtig: Auch ein elektronisches Thermostat benötigt als Basis eine hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage.
Herkömmliche Heizkörperthermostate verfügen oft über eine Voreinstellungsmöglichkeit für den Handwerker. Über eine Stellschraube im Ventilunterteil kann festgelegt werden, wie viel Heizwasser – unabhängig von der Einstellung des Thermostatkopfes – maximal durch das Ventil strömen soll. So kann der Durchfluss des warmen Wassers in den Heizkörper begrenzt und an den tatsächlichen Bedarf des Raumes angepasst werden. Diese voreinstellbaren Thermostate sind eine wichtige Voraussetzung, um die Heizungsanlage durch einen hydraulischen Abgleich optimal und energiesparend einstellen zu können. Wie viel Sie dadurch sparen können, sagt Ihnen der WärmeCheck.
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