Die energiesparende Wirkung beruht vor allem darauf, dass sich die Temperatur durch die Thermostatventile in jedem einzelnen Raum individuell einstellen lässt. Im Bad hat man es schließlich gern etwas wärmer als beispielsweise im Schlafzimmer. Und so funktioniert es: Das Thermostatventil misst über einen Temperaturfühler laufend die Raumlufttemperatur und regelt danach den Heizwasserdurchfluss des Heizkörpers so, dass die gewünschte Zimmertemperatur konstant bleibt. Wenn beispielsweise die Sonne ins Zimmer scheint und den Raum aufheizt, wird diese Fremdwärme vom Thermostat registriert und der Zufluss des Heizwassers gedrosselt. So wird der Raum nur dann beheizt, wenn es notwendig ist. Das spart Energie. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Thermostat nicht durch Gardinen oder Möbel verdeckt ist. Sonst entsteht ein Wärmestau und das Ventil wird geschlossen, bevor der Raum die gewünschte Temperatur erreicht hat. Programmierbare Thermostate können noch mehr: Sie regeln die Raumtemperatur nach der Uhrzeit. So ist das Bad morgens zum Duschen warm, kühlt aber tagsüber – wenn es nicht gebraucht wird – auf sparsame 16 Grad ab. So können im Schnitt etwa zehn Prozent Heizkosten gespart werden.
Wie die meisten technischen Geräte verschleißt auch das Thermostatventil mit der Zeit. Mit der Zeit lässt zum Beispiel die Wirkung des Temperaturfühlers nach oder der Übertragungsstift zwischen Ventil und Temperaturfühler klemmt. Folge: Die Genauigkeit der Temperaturregelung und damit auch die Energieeffizienz lassen nach. Das passiert schleichend. Für den Laien ist es oft schwer zu erkennen, ob das Thermostatventil austauschwürdig oder defekt ist. Lassen sich die Thermostatventile allerdings nur noch schwer bewegen oder bleiben die Heizkörper immer gleichbleibend heiß, sollten sie ausgetauscht werden. Faustregel: Etwa nach 15 Jahren sollten die Thermostate in jedem Fall gewechselt werden. Ob sich der Austausch Ihrer Thermostate für Sie rechnet, sagt Ihnen der ThermostatCheck. Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, dass die Thermostaten das Energieeffizienzlabel A führen.
Weit verbreitet ist der Glaube, dass der Raum besonders schnell warm wird, wenn das Thermostat auf der höchsten Stufe steht. Viele Nutzer stellen sich ein Thermostatventil noch immer wie einen Wasserhahn vor: je stärker aufgedreht, desto schneller wird es wärmer. Die Wärmezufuhr zum Heizkörper wird aber tatsächlich über einen Temperaturfühler im Thermostatkopf gesteuert, der abhängig von der Raumtemperatur das Ventil für das Heizwasser öffnet oder schließt. So steht zum Beispiel Stufe 3 der fünfstufigen Zahlenskala am Thermostatkopf für eine gewünschte Raumtemperatur von 20 bis 21 Grad. Jede weitere Stufe bringt drei bis vier Grad mehr. Wenn Sie das Thermostatventil voll aufdrehen, heizen Sie also nicht schneller, sondern nur länger – bis die eingestellte Zimmertemperatur erreicht ist. Wenn Sie es noch genauer wissen sollen: Unsere Infografik erklärt Ihnen wie ein Thermostatventil funktioniert.
Thermostate regeln die Raumtemperatur. Deshalb ist es zunächst vielleicht verwunderlich, dass auf den Thermostatköpfen keine Temperaturangaben stehen. Dafür gibt es allerdings gute Gründe. Denn welche Temperatur im Raum erreicht wird, hängt nicht allein von der Einstellung des Thermostatventils ab. So kann sich zum Beispiel in einer Heizkörpernische mit Fensterbrett ein Wärmestau bilden, der dem Thermostat signalisiert, dass es schließen soll, obwohl der Raum noch nicht warm ist. Die Zahlenskala auf dem Thermostatkopf ist deshalb nur als Orientierung gedacht. Üblicherweise justieren die Hersteller die Thermostate so, dass mit der Einstellung „3“ eine Raumtemperatur um die 20 Grad erreicht wird. Ist die Raumtemperatur bei Stufe 3 deutlich höher, haben die Thermostatköpfe ihre Lebensdauer überschritten, weil die Regelgenauigkeit mit dem Alter nachlässt. Verbraucher sollten in diesem Fall die Thermostate austauschen. Überprüfen Sie daher die Raumtemperatur mit einem Thermometer und informieren Sie sich mit dem ThermostatCheck über den Austausch der Heizungsthermostate. Haben Sie Heizkörpernischen und ist die Temperatur im Raum viel niedriger als 20 Grad empfiehlt sich unter Umständen ein Thermostat mit Fernfühler.
Das ist eine viel diskutierte Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Zwei Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle: die Beschaffenheit der Gebäudehülle und der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen. Grundsätzlich entweicht mehr Wärme, je höher die Innentemperatur ist. Deswegen geht generell weniger Energie verloren, wenn die Zimmertemperatur bei längerer Abwesenheit heruntergeregelt wird. Ob sich die Absenkung in der Praxis empfiehlt oder tatsächlich auch Heizkosten spart, hängt entscheidend davon ab, wie tief die Raumtemperatur absinkt. Je niedriger die Temperatur, desto höher die Einsparung. Bei schlecht gedämmten Altbauten ist die Einsparung durch das Herunterregeln der Heizkörper daher am höchsten. Die Zimmertemperaturen sollten aber nicht zu tief sinken, weil sonst das Schimmelrisiko steigt. Außerdem sollte man bei der Temperatursteuerung genug Zeit für das Wiederaufheizen der Räume einplanen.
Grundsätzlich gilt: Bei längerer Abwesenheit, etwa für einen zehnstündigen Arbeitstag oder einen Kurztrip über das Wochenende, lohnt sich das Herunterregeln der Thermostate auf etwa 16 Grad Raumtemperatur. Bei hochgedämmten Gebäuden lohnt eine Absenkung selten, weil diese nur sehr langsam auskühlen. Übrigens: Bei handelsüblichen Thermostaten entsprechen 17 bis18 Grad in etwa der Stufe 2 auf der Thermostatskala.
Mieter müssen ihren Vermieter nicht vorher informieren, wenn sie Heizungsthermostate auf eigene Kosten tauschen und beispielsweise programmierbare Thermostate einbauen. Sie sollten allerdings die alten Thermostate aufbewahren, da diese zur Wohnung gehören und Eigentum des Vermieters sind.
im letzten jahr wurde eine neue heizung mit brennwertkessel eingebaut. alle thermostate sind okay. was kann ich noch machen?
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