Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen setzen wir ab September 2012 ein regionales Projekt um. Die Verbraucherschützer aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland starten an zahlreichen Standorten Aktionen zum hydraulischen Abgleich mit eigenen Inhalten auf der Website und lokalen Presseterminen. Die Kommunikation erfolgt über die eigenen Energieberater.

Logo der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Pressekonferenz im Einfamilienhaus

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat mit einer Pressekonferenz den Startschuss für ihre Energiespar-Aktionswochen zum hydraulischen Abgleich eingeläutet. Die Pressekonferenz fand an einem ungewöhnlichen Ort statt – im Haus eines Kunden der Verbraucherzentrale NRW in Solingen. An dem Medientermin nahmen unter anderem der nordrhein-westfälische Klimaschutzminister Johannes Remmel und Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, teil. Mit Aktionen in rund 30 Städten in Nordrhein-Westfalen will die Verbraucherzentrale in den kommenden Wochen Hauseigentümern zeigen, wie sie mehr aus ihrer Heizung holen können.

560 Millionen Euro werden in NRW unnötig verheizt

Würden alle Haushalte in NRW einen hydraulischen Abgleich vom Heizungsfachmann vornehmen lassen, könnten pro Jahr etwa 6400 Millionen Kilowattstunden Heizenergie eingespart werden. Das entspricht 6,2 Prozent des gesamten jährlichen Heizenergieverbrauchs aller Haushalte in NRW. Zusätzlich könnten etwa 250 Millionen Kilowattstunden Strom gespart werden. Damit würden die betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher in Nordrhein-Westfalen ihre Energiekostenbelastung jährlich um mehr als eine halbe Milliarde Euro (560 Mio.) verringern. Als zusätzlicher Klimaeffekt würde der CO2- Ausstoß um ein bis zwei Millionen Tonnen reduziert.

Die Energieberaterinnen und Energieberater der Verbraucherzentrale NRW zeigen ihren Kunden daher, dass durch die richtige Abstimmung zwischen Heizkessel, Pumpe und Thermostatventilen ein dickes Minus beim Energieverbrauch und ein Plus im Portemonnaie winken. Im Zuge einer Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich sollten alle Komponenten einer Heizungsanlage unter die Lupe genommen werden. Neben dem hydraulischen Abgleich bietet der Einbau einer modernen Hocheffizienzpumpe im Zuge einer Heizungsoptimierung in vielen Fällen ein zusätzliches Sparpotenzial. Auf der Website der Verbraucherzentrale NRW erfahren Interessierte, wie schnell sich ein hydraulischer Abgleich individuell rechnet und was dabei genau vom Fachmann gemacht wird.

Interview mit Dr. Reinhard Loch, Gruppenleiter Energieeffizienz bei der Verbraucherzentrale.

Warum macht die Verbraucherzentrale NRW bei unserer Kampagne "Meine Heizung kann mehr" mit?

Wir wissen aus unserem Beratungsalltag, dass aus den heute eingebauten Heizungen in der Regel nicht das Optimum herausgeholt wird. Ob es die Umwälzpumpe ist, die schlecht eingestellte Regelung oder der fehlende hydraulische Abgleich, kaum ein Haushalt kennt die Potenziale der Heizungsoptimierung.

Die Zusammenhänge sind aber sehr komplex, daher ist es wichtig, dass sie gut aufbereitet und immer wieder öffentlich dargestellt werden. Gerade bei der Heizung kann mit wenig Einsatz viel erreicht werden.

Wann haben Sie das erste Mal vom hydraulischen Abgleich gehört?

Schon in meinen ersten Jahren als Energieberater Anfang der 90er war der hydraulische Abgleich Thema. Allerdings war es damals noch ein absolutes Spezialistenthema und wurde in kleinen Wohngebäuden praktisch nie beachtet.

Welche Rolle spielt das Thema Energieeffizienz in Ihrer Organisation?

Wir sind als Verbraucherzentrale schon seit Jahrzehnten in der Energieberatung aktiv, inzwischen mit weit über 100 Mitarbeitern und Honorarkräften. Wo möglich achten wir natürlich auch selbst auf Energie-Effizienz: so wurde auch bei uns in der Geschäftsstelle in diesem Jahr mit der Sanierung des Gebäudes ein hydraulischer Abgleich vorgenommen.

Welche Trends sehen Sie im Bereich der Gebäudesanierung?

Wichtig ist, dass immer mehr Hausbesitzer bereit sind, in energetische Verbesserungsmaßnahmen des Wohngebäudes zu investieren. Deutlich erkennbar wird es an der zunehmenden Zahl von Außenwanddämmungen, die ja zumindest in der Bauphase erkennbar ist. Auch der Einsatz von Solartechnik ist heute weitgehend anerkannt. Aber es müßte noch mehr passieren - immer noch ist die Modernisierungsrate deutlich zu gering und mögliche sinnvolle Maßnahmen werden nicht durchgeführt.

Welcher Energiespartipp verdient es, bekannter zu werden?

Ähnlich dem hydraulischen Abgleich wird der Energieverlust der Zirkulationsleitungen bei zentraler Warmwasser in einem Speicher oft völlig unterschätzt. Wir kennen Fälle, in dem mehr Energie in den Zirkulationsleitungen verloren ging als am Duschkopf oder in der Badewanne ankam. Hier sollten die Laufzeiten der Zirlulationspumpen deutlich eingeschränkt werden.