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Alle ökologischen Dämmstoffe im direkten Vergleich

Dämmen spart Heizenergie, Kosten und ist gut für den Klimaschutz. Ökologische Dämmstoffe haben dabei noch einmal eine deutlich bessere Ökobilanz als konventionelle, sind schadstofffrei und gesundheitlich unbedenklich. Und auch bei Qualität und Dämmeigenschaften können viele Naturprodukte mit konventionellen Dämmstoffen mithalten. Dennoch spielen sie bei den Verbrauchern noch immer eine untergeordnete Rolle. Aber ihr Marktanteil steigt.

DämmstoffCheck

Mit dem DämmstoffCheck erfahren Sie nach nur wenigen Eingaben, welche Dämmstoffe sich für Ihr Gebäude eignen.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • ökologische Dämmstoffe sind gut für Umwelt und Gesundheit
  • besonders guter Schutz vor sommerlicher Hitze
  • sehr gutes Wohnklima durch Naturdämmstoffe
  • Schonung fossiler und mineralischer Ressourcen
  • Herstellung und Recycling mit wenig Energieaufwand
  • natürliche Dämmstoffe sind teurer als konventionellen Dämmstoffen

Ökologische Dämmstoffe: Das sollten Sie wissen

Außendämmung Hanf(c) co2online | Phil Dera

Ökologische Dämm­stoffe werden auch Natur­dämm­stoffe, natürliche Dämm­stoffe, oder Dämmstoffe aus nach­wachsenden Rohstoffen genannt. Von konventio­nellen Dämm­stoffen unterscheiden sie sich vor allem darin, dass sie wesentlich umwelt- und gesund­heits­freundlicher sind.

Wie gut ein Dämm­stoff im Winter vor Kälte und im Sommer vor Hitze schützt, sehen Sie anhand der Wärme­leitfähigkeit. Sie gibt an, wie viel Wärme durch den Dämm­stoff nach außen dringt. Angegeben wird sie als Wärme­leitstufe (WLs) in Watt pro Meter und Kelvin (W/mk). Je niedriger der Wert, desto niedriger ist die Leit­fähigkeit und desto dünner kann die Dämm­schicht sein. Die Wärmeleit­fähigkeit konventio­neller Dämm­stoffen liegt zwischen 0,020 (Polyurethan/PUR) und 0,045 W/mk (zum Beispiel gängige Mineral­wollen). Dämm­stoffe aus nach­wachsenden Rohstoffen besitzen Wärme­leit­fähigkeits­werte von 0,038 (Zellulose) bis 0,080 W/mK (Holzspäne), die meisten liegen jedoch im Bereich von 0,040 bis 0,055 W/mK. Ihre Wärme­leit­fähigkeit liegt also etwas über der konventio­neller Materialien, entsprechend geringer ist ihre dämmende Wirkung. Doch eine dickere Dämm­stoff­schicht gleicht das in der Regel aus.

Natürliche Dämmstoffe kosten im Schnitt etwas mehr als konventio­nelle – unter anderem, da konventio­nelle in größeren Mengen produziert werden. Doch insbe­sondere Zellulose­flocken können preislich durchaus mithalten. Auch die Kosten für Jute und Stroh sind konkurrenz­fähig.

Ökologische Dämm­stoffe müssen genau wie konventionelle Dämm­stoffe alle Anforderungen an den Brandschutz erfüllen. Die meisten sind von sich aus „schwer entflammbar“, einige „normal entflammbar“. Teilweise werden sie zusätzlich mit Flamm­schutz­mitteln versehen – die allerdings häufig schwach wasser­gefährdend sind. Das muss insbe­sondere bei der Entsorgung bzw. Wieder­verwertung berücksichtigt werden. Ein entscheidender Pluspunkt der Natur­dämmstoffe ist jedoch, dass bei ihrer Verbrennung keine giftigen Rauch­gase entstehen, die meist gefährlicher sind als das Feuer selbst.

Was sind ökologische Dämmstoffe? Definition

Für ökologische Dämm­stoffe gibt es bislang keine einheitliche Definition. Es gibt jedoch bestimmte Kriterien: Sie bestehen aus nach­wachsenden Rohstoffen (zum Beispiel Hanf) oder aus Recycling­material (zum Beispiel Altpapier), haben eine geringe Umwelt­belastung, lassen sich mit wenig Energie­aufwand herstellen, problemlos entsorgen oder sogar wieder­verwerten. Zudem sind sie gesund­heitlich unbedenklich.

Warum ökologisch dämmen

Wer beim Thema Dämmen besonderen Wert auf Umwelt- und Gesundheits­schutz legt, ist bei öko­logischen Dämm­stoffen genau richtig. Sie sind frei von Schad­stoffen und können der menschlichen Gesund­heit nicht beispiels­weise durch Aus­gasungen schaden. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Innenräume oder die oberste Geschoss­decke gedämmt werden. Natur­dämmstoffe gibt es mittler­weile in großer Auswahl und Vielfalt und für fast alle Anwendungs­bereiche. Sie punkten in mehrerer Hinsicht: So können einige ökologische Dämm­stoffe zum Beispiel bis zu 30 Prozent ihres Eigen­gewichts an Feuchtig­keit aufnehmen und wieder abgeben. Das sorgt für ein besonders angenehmes Raum­klima und macht die Dämm­stoffe weniger anfällig für Schimmel. Auch beim sommerlichen Hitze­schutz schneiden ökologische Dämm­stoffe wegen der höheren Wärme- und Kälte­speicherung meist besser ab als herkömm­liche Dämm­stoffe.

Um Natur­dämmstoffe herzu­stellen, muss meist deutlich weniger Energie aufge­wendet werden als für konventionelle. Zudem schonen die Materialien aus nach­wachsenden Roh­stoffen endliche Ressourcen und reduzieren klima­schädliche Emissionen, denn die Pflanzen entziehen der Atmosphäre während ihres Wachstums CO2 und speichern es. Auch geben sie keine Schad­stoffe an die Innenraumluft ab. Darüber hinaus lassen sich Natur­dämmstoffe gut recyceln oder, wenn das nicht möglich ist, verbrennen.

Was kosten ökologische Dämmstoffe?

Ökologische Dämm­stoffe sind im Schnitt etwas teurer als konventio­nelle. Aber ihre Preise sind in den letzten Jahren aufgrund steigender Markt­anteile gesunken. Dieser Trend wird sich aller Voraus­sicht nach fortsetzen. Zudem sollten Sie nicht nur die Material­preise pro Quadrat- oder Kubik­meter miteinander vergleichen. Denn in die Berechnung müssen auch bau­physikalische Aspekte wie die Wärme­leitfähigkeit des Materials, bau­ökologische Aspekte wie die Nutzung regionaler Ressourcen und die Recycel­barkeit sowie nachhaltige Aspekte wie die CO2-Speicherung einbe­zogen werden. Wenn solche Umwelt­kosten einberechnet würden, wären Natur­dämm­stoffe meist sogar günstiger als konventio­nelle Stoffe. Einen direkten Vergleich aller für Ihr Gebäude in Frage kommenden Dämmstoffe – sowohl die konventionellen als auch die ökologischen – bietet der DämmstoffCheck

Insbesondere Einblas­dämm­stoffe wie Zellulose­locken können preislich mit konventio­nellen Materialen mithalten: Die Material­kosten liegen bei etwa zehn Euro pro Quadrat­meter. Eine Holzfaser-Einblas­dämmung kostet zwischen 14 und 18 Euro pro Quadrat­meter. Günstige Natur­dämmstoffe sind auch Jute (circa 2,50 Euro pro Quadratmeter), Stroh (circa 16 Euro pro Quadratmeter) und Hanf (circa 20 Euro pro Quadratmeter).

Zum Vergleich: Der häufig verwendete und besonders günstige konventio­nelle Dämm­stoffe „Expandiertes Polystyrol“ (EPS, Styropor) kostet pro Quadrat­meter rund 14 Euro, ein spezielles Dämm­material wie Schaum­glas kann aber zum Beispiel auch zwischen 60 und 80 Euro pro Quadrat­meter kosten.

Materialkosten ökologischer Dämmstoffe

DämmstoffLieferformStärke in mmMaterialkosten in
€/m2 bei U-Wert < 0,24/(m2·K)
Blähton WLS*140Schüttung72018 bis 45
Flachs WLS 040Matten18025 bis 50
Hanf WLS 040Matten18018
Holzfaser WLS 040

Platten

Einblasdämmung

180

180

16 bis 45

14 bis 18

Jute WLS 038Rollen18050
Kork WLS 040Platten18030 bis 75
Schafwolle WLS 044Matten20032
Seegras WLS 040Schüttung18028 bis 43
Stroh WLS 052Ballen36014
Zellulose WLS 042

Platten

Einblasdämmung

180

180

38

10

Quelle: Leitfaden Ökologische Dämmstoffe, BENZ GmbH & Co. KG Baustoffe, 2015, S. 30

Materialkosten konventioneller Dämmstoffe

DämmstoffLieferformStärke in mmMaterialkosten in €/m2 bei U-Wert <
0,24/(m2·K)
Expandiertes Polystyrol (EPS) WLS 035Platten16014
Extrudiertes Polystyrol (XPS) WLS 035Platten16026
Glaswolle WLS 035Rollen1605 bis 9
Polyurethan-Hartschaum WLS 024

Platten

140

35 bis 40

Schaumglas WLS 040Platten18060 bis 80
Steinwolle WLS 035Rollen1807 bis 14

Quelle: Leitfaden Ökologische Dämmstoffe, BENZ GmbH & Co. KG Baustoffe, 2015, S. 30

Für das Dämmen mit natürlichen Dämmstoffen gibt es die gleiche staatliche Förderung wie für das Dämmen mit herkömmlichen Stoffen. Die KfW unterstützt Sie finanziell mit zinsgünstigen Krediten oder einem Zuschuss (KfW-Programm 152/152 sowie KfW-Programm 430).

Finden Sie mit unserem kostenlosen FördermittelCheck heraus, ob es in Ihrer Kommune oder in Ihrem Bundesland weitere Förderprogramme gibt.

Weiterhin können Sie mit unserem Leitfaden Dämmung in fünf Schritten herausfinden, ob sich eine Dämmung für Sie lohnt, wie viel sie kostet und wie Sie die Fördermittel erhalten können.

Gibt es Siegel & Zertifizierungen für ökologische Dämmstoffe?

Emissions­arme Wärme­dämm­stoffe sowie umwelt­freundliche und biozid­freie Wärme­dämm­verbund­systeme erkennen Sie an dem bekannten Umwelt­zeichen „Blauer Engel“. Sie werden über die gesetz­lichen Bestimmungen hinaus schad­stoffarm her­gestellt und sind gesund­heitlich unbe­denklich.

Der Verein natureplus zertifiziert ebenfalls Dämm­stoffe aus nach­wachsenden Roh­stoffen.

Umwelt­zeichen für Dämm­stoffe verleihen zudem das Institut für Bau­biologie Rosen­heim (IBR) und das Institut Bauen und Umwelt (IBU).

Wofür eignen sich ökologische Dämmstoffe?

Natur­dämm­stoffe eignen sich für so ziemlich alle Anwendungs­gebiete. Da sie gesund­heitlich unbe­denklich sind, werden sie besonders gerne für die Innen­dämmung oder die oberste Geschoss­decke genutzt. Doch auch bei der Dach­dämmung kommen ökologische Dämm­stoffe infrage. Für die Aufsparren­dämmung werden unter anderem Holz­faser und Kork verwendet. Für die Zwischen- und die Unter­sparren­dämmung zum Beispiel Flachs, Holzfaser, Hanf oder Seegras.

Ebenso können Sie die Außen­fassade Ihres Gebäudes mit Dämm­stoffen aus nach­wachsenden Roh­stoffen dämmen. So gibt es Wärme­dämm­verbund­systeme (WDVS) aus Holz­faser sowie inzwischen auch aus Hanf. Für hinter­lüftete Vorhang­fassaden eignen sich neben Holz­faser und Hanf auch Kork und Zellulose als Dämm­stoffe.

Soll die Innen­wand der – zum Beispiel unter Denk­mal­schutz stehenden – Fassade gedämmt werden, können Sie unter anderem auf Holz­faser, Hanf oder Zellulose zurück­greifen.

Für die Perimeter­dämmung eignen sich Natur­dämm­stoffe nicht, sie sind nicht ausreichend wasser­beständig.

Die folgende Infografik zeigt, welche Dämmstoffe sich für welche Dämmmaßnahmen besonders eignen.

Die Tabelle zeigt, welche Dämmstoffe häufig bei den verschiedenen Dämmmaßnahmen zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um eine Auswahl typischer Anwendungen – weitere Dämmstoffe und auch weitere Dämmmaßnahmen sind durchaus möglich. Zu beachten ist immer, dass die Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes Lösungen erfordern kann, die von diesem Schema abweichen. Außerdem ist zu bedenken, dass vor Beginn der Dämmmaßnahme das komplette Dämmsystem und nicht nur der verwendete Dämmstoff gewählt werden muss. Grundsätzlich gilt, dass Dämmmaßnahmen immer gut geplant werden müssen. Entsprechende Fachleute in Ihrer Nähe finden Sie in dem kostenlosen Branchenverzeichnis Rat und Tat.

Ökologische Dämmstoffe im Vergleich

Wie konventionelle Dämm­stoffe unterscheiden sich auch Natur­dämmstoffe in ihren Dämm­eigenschaften, Brand­schutz­klassen und in ihrem Feuchte­verhalten. Ebenso darin, wie gut sie sich kompostieren lassen, wie viel Energie ihre Herstellung verbraucht und wie resistent sie gegen Schädlinge und Schimmel sind.

Ökologische Dämm­stoffe gibt es in unter­schiedlichen Liefer­formen: als Platten, Matten oder Rollen, als Stopf-, Einblas- und Schütt­dämmstoffe sowie als Dämmfilz. Letztlich entscheiden die Art des Materials und der Anwendungs­bereich darüber, welche Form die geeignete ist.

Hanf-Dämmung

Naturdämmstoff Hanf(c) co2online | Phil Dera

Hanf ist weltweit eine der ältesten und zudem eine äußerst anspruchslose Nutzpflanze. Sie kommt ohne Herbizide und Insektizide aus. Seit 1996 dürfen einige THC-arme Sorten, die also keine berauschenden Inhaltsstoffe haben, auch in Deutschland angebaut werden. Um Dämmstoffe aus Hanf herzustellen, wird das Hanfstroh in Fasern und Schäben getrennt. Die Fasern lassen sich zu Dämmmatten, Stopfdämmung oder Dämmvliesen verarbeiten, die verholzten Schäben zu Schüttdämmstoffen oder festen Platten.

Soda oder Amoniumphosphat dienen als Brandschutzmittel. Ohne Zusatzstoffe gibt es einige Dämmstoffe aus Hanfdämmwolle sowie Hanflehmkombinationen. Sie sind vollständig kompostierbar gemäß Bioabfall- und Kompostverordnung (BioKomV).

Die Wärmeleitfähigkeit von Hanf liegt zwischen 0,039 und 0,047 W/mK. Unter den Naturdämmstoffen hat es einen Marktanteil von neun Prozent.

Vor- und Nachteile von Hanf-Dämmung

VorteileNachteile
  • besonders gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)       
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • Brandschutzmittel notwendig (meist Soda)
  • feuchtigkeitsregulierend
  • feuchtigkeitsregulierend
  • angenehmes Raumklima
  • angenehmes Raumklima
  • guter Schallschutz
  • guter Schallschutz             
  • resistent gegen Schädlinge und Schimmel

Anwendungsbereiche

Hanfmatten eignen sich zur Dämmung des Dachs (Zwischen- und Untersparrendämmung), zur Innendämmung und für hinterlüftete Vorhangfassaden, Stopfhanf für Hohlräume und Hanfschüttungen für Fußboden und Decke.

Kosten & Preise für Hanf-Dämmung

Hanf-Dämmstoffe kosten je nach Art und Dicke zwischen zehn und 30 Euro pro Quadratmeter. Einblas- und Schüttdämmstoff aus Hanf kostet zwischen 80 und 200 Euro pro Kubikmeter.

Zellulose-Dämmung

Dämmstoff Zelluloseflocken(c) FNR

Zellulose-Dämmstoffe haben mit 32 Prozent den größten Marktanteil unter den Naturdämmstoffen. Es handelt sich dabei um ein Recyclingprodukt: Zellulose-Dämmung wird aus Altpapier hergestellt, das zum Beispiel in privaten Haushalten, Kiosken, Druckereien und Verlagen anfällt. Zellulose dämmt besonders gut – nach Untersuchungen der Universität von Colorado sogar besser als Mineralfasern. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt zwischen 0,038 und 0,042 W/mK. Außerdem ist Zellulose ein guter Wärmespeicher, was sich besonders bei sommerlicher Hitze bewährt.

Der Dämmstoff wird aus Zellulose-Fasern gewonnen, denen meist Borsalze als Brandschutzmittel zugesetzt werden. Aufgrund der geringen Mengen gelten diese Zusatzstoffe als gesundheitlich unbedenklich.

Zellulose-Dämmstoffe sind lose zum Schütten oder als Platten erhältlich. Sie lassen sich wiederverwerten und deponieren. Kompostieren ist wegen der Brandschutzmittel nicht möglich.

Vor- und Nachteile von Zellulose-Dämmung

VorteileNachteile
  • besonders gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • Brandschutzmittel notwendig (meist Borsalze)
  • feuchtigkeitsregulierend
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • energiearme Herstellung
  • guter Schallschutz
  • resistent gegen Schädlinge und Schimmel
  • geringer Preis
  • Recyclingprodukt

Anwendungsbereiche

Mit Zelluloseplatten können Sie Ihr Dach auf und zwischen den Sparren, die Innenwände und bei Gebäuden in Holzrahmen- und Holztafelbauweise auch die Fassade dämmen. Lose, nicht in Formen gepresste Zellulose eignet sich als Einblasdämmstoff ebenfalls für die Zwischensparrendämmung des Dachs, für die Fassade bei Holzrahmen- und Holztafelbauweise sowie für die hinterlüftete Vorhangfassade.

Kosten & Preise für Zellulose-Dämmung

Zellulose-Dämmstoffe kosten zwischen zehn (Einblasdämmung) und 38 Euro pro Quadratmeter (Platten).

Holzfaser-Dämmung

Dämmung Holzfaserplatte(c) Evelyn Hillebrand / Verbraucherzentrale NRW e.V.

Holzfaser-Dämmstoffe werden vor allem aus Resthölzern von Nadelbäumen hergestellt – ihre Fasern sorgen für besondere Festigkeit. Sie fallen zum Beispiel als Abfall in der holzverarbeitenden Industrie an. Dämmstoffe aus Holzfasern gibt es als Platten oder Matten sowie als loses Material für die Einblasdämmung. Auch in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) kommen sie zum Einsatz. Holzfaser-Dämmstoffe haben einen Marktanteil von knapp 28 Prozent und liegen damit hinter Zellulose auf Platz zwei. Die Wärmeleitfähigkeit von Holzfaser-Dämmstoffen ist zwischen 0,040 und 0,052 W/mK einzuordnen.

Dank des holzeigenen Bindemittels Lignin kommen einige Produkte ohne weitere Zusatzmittel aus. Sie lassen sich problemlos kompostieren. Nicht so Holzfaser-Dämmstoffe, denen Bindemittel oder andere wasserabweisende Zusatzstoffe oder Brandschutzmittel zugesetzt wurden. Diese können jedoch problemlos wiederverwendet und recycelt oder auch schadlos verbrannt und damit als Wärmequelle genutzt werden.

Vor- und Nachteile von Holzfaser-Dämmung

VorteileNachteile
  • gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • besonders guter sommerlicher Hitzeschutz
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • feuchtigkeitsregulierend
  • relativ hoher Preis (Ausnahme: WDVS)
  • energiearme Herstellung
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • guter Schallschutz
  • einige Produkte ohne Zusatzmittel

Anwendungsbereiche

Holzfaser-Dämmstoffe eigen sich für nahezu alle Anwendungsbereiche: als Platten zum Beispiel für die Zwischen- oder Aufsparrendämmung des Dachs, für die Dämmung des Dachbodens oder in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). In WDSV benötigen die festen und robusten Holzfaserplatten zudem keine zusätzliche Trägerschicht für den Dämmstoff – ein (auch preislicher) Vorteil gegenüber konventionellen WDVS.

Als Einblasdämmung können Sie Holzfaser für die Dämmung von Dach, Dachboden und Wänden nutzen, außerdem sind sie für die Fassade bei Holzrahmen- und Holztafelbauweise geeignet.

Kosten & Preise für Holzfaser-Dämmung

Holzfaser-Dämmstoffe kosten als Einblasdämmung zwischen 14 und 18 Euro je Quadratmeter, als Platten zwischen 16 und 45 Euro je Quadratmeter.

Flachs-Dämmung

Naturdämmstoff Flachs(c) FNR

Aus Flachs (auch: Lein) wurden schon in der Jungsteinzeit Kleider hergestellt. Für die Produktion von Dämmstoffmatten und -platten, Vliesen, Schüttgut, Einblasdämmung und Stopfwolle werden die Kurzfasern der Flachspflanze verarbeitet. Sie fallen als Abfallprodukt bei der Leinengewinnung an. Um Dämmplatten herzustellen, werden sie mechanisch verfilzt, die Faserbahnen dann geschichtet und anschließend durch Bindemittel oder Stützfasern wie Polyäthylen (PE) oder Pflanzenstärke verbunden. Weitere mögliche Zusatzstoffe sind Brandschutzmittel (Soda, Borsalze und ähnliches). Flachs-Dämmstoffe haben eine Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,036 und 0,040 W/mK. Ihr Marktanteil unter den Ökodämmstoffen liegt bei etwa neun Prozent.

Als Stopfmaterial, Schüttgut und Einblasdämmung gibt es Flachs auch ohne Zusatzstoffe. Sie lassen sich kompostieren oder zum Beispiel als Mulchmaterial weiterverwenden.

Vor- und Nachteile von Flachs-Dämmung

VorteileNachteile
  • gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • sehr formbeständig
  • Dämmplatten enthalten meist Zusatzstoffe und Brandschutzmittel
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • eingeschränkte Anwendungsmöglichkeiten
  • feuchtigkeitsregulierend
  • energiearme Herstellung
  • guter Schallschutz
  • resistent gegen Schädlinge, Schimmel und Fäulnis
  • unbedenkliche Entsorgung (bei Dämmstoffen ohne Zusatzstoffen)

Anwendungsbereiche

Flachs-Dämmstoffe eignen sich vor allem für den Innenbereich. Dämmplatten und Einblasdämmung können Sie für Wände, Decken- und Dachausbau verwenden (Zwischen- und Untersparrendämmung). Flachsstreifen, Vliese und Schüttung eignen sich vor allem für den Fußbodenbereich, Stopfwolle für das Abdichten von Fenstern und Türen.

Kosten & Preise für Flachs-Dämmung

Flachsplatten kosten zwischen 8 und 50 Euro pro Quadratmeter, in anderer Form gibt es den Dämmstoff schon ab fünf Euro pro Quadratmeter. Die Preispanne ergibt sich aus der unterschiedlichen Dicke und damit Dämmwirkung der angebotenen Flachs-Dämmungen.

Holzspäne-Dämmung

Dämmstoffe aus Holzspänen (auch Hobelspäne genannt) werden nur im Holzbau verwendet und es gibt auf dem Markt auch nur zwei Hersteller. Das Rohmaterial besteht aus Hobelresten heimischer Nadelhölzer wie Fichte, Tanne und Kiefer. Sie werden mit Lehm ummantelt, außerdem werden ihnen mineralische Bindemittel zugesetzt. Dank dieser natürlichen Stoffe lässt sich Holzspäne-Dämmung restfrei wiederverwenden, thermisch verwerten oder kompostieren. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt zwischen 0,050 und 0,080 W/mK.

Vor- und Nachteile von Holzspäne-Dämmung

VorteileNachteile
  • hohe Wärmespeicherfähigkeit
  • geringere Wärmeleitfähigkeit als andere Öko-Dämmstoffe
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • hohe Feuchteresistenz
  • begrenzte Einsatzmöglichkeit
  • Wiederverwendung, Verbrennen und Kompostieren möglich
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • guter Schallschutz
  • resistent gegen Schimmel und Ungeziefer
  • keine gesundheitsgefährdenden Ausdünstungen

Anwendungsbereiche

Holzspäne-Dämmung eignet sich im Holzbau für Dächer, Decken und Wände, und zwar sowohl als Wärme- als auch als Schallschutz. Dafür werden die Späne entweder vollautomatisch eingebracht, geblasen oder von Hand geschüttet und verdichtet.

Kosten & Preise für Holzspäne-Dämmung

Ein Kubikmeter mineralisch ummantelte Holzspäne-Dämmung kostet zwischen 290 und 390 Euro.

Holzwolle-Dämmung

Unter den Naturdämmstoffen steht Holzwolle mit einem Marktanteil von 20 Prozent auf Platz drei. Holzwolle besteht aus langfaserigen Fichten- oder Kiefernholzspänen. Sie werden zusammen mit einem mineralischen Bindemittel wie Zement oder Magnesit zu festen und formstabilen Platten gepresst. Holzwolle-Leichtbauplatten werden umgangssprachlich wegen ihrer Ähnlichkeit mit gepresstem Sauerkraut auch Sauerkrautplatten genannt. Es gibt Holzwolle auch lose als Einblasdämmung.

Holzwolle punktet gegenüber anderen Naturdämmstoffen damit, dass sie schwer entflammbar, teilweise sogar nicht brennbar ist. Andererseits ist die Dämmwirkung reiner Holzwolleplatten vergleichsweise gering (durchschnittliche Wärmeleitfähigkeit: 0,090 W/mk). Deshalb werden sie oft als Verbundstoff genutzt und andere Dämmstoffe zwischen zwei dünne Holzwolle-Leichtbauplatten gelegt.

Holzwolle-Dämmung ist gesundheitlich unbedenklich und recycelbar. Auch kann es thermisch verwertet, also verbrannt und als Wärme nutzbar gemacht werden.

Vor- und Nachteile von Holzwolle-Dämmung

VorteileNachteile
  • Baustoffklasse A2 (nicht brennbar) bis B1 (schwer entflammbar)
  • vergleichsweise geringe Dämmwirkung reiner Holzwolleplatten
  • guter Wärmespeicher
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • sehr fest und formstabil
  • vergleichsweise teuer
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • feuchtigkeitsabsorbierend
  • guter Schallschutz
  • energiearme Herstellung
  • resistent gegen Schädlinge, Fäulnis und Pilze

Anwendungsbereiche

Holzwolleplatten werden im Mauerwerks- und Betonbau als Putzträger zum Beispiel für Decken genutzt. Im Holzbau eignen sie sich ebenfalls als Putzträger im Innen- und Außenbereich. Aufgrund ihrer rauen Oberfläche werden Holzwolleplatten auch gerne als Beplankung für Einblasdämmstoffe verwendet.

Kosten & Preise für Holzwolle-Dämmung

Holzwolleplatten kosten zwischen sieben und 20 Euro pro Quadratmeter.

Schilf-Dämmung

Naturdämmstoff Schilf(c) Hiss Reet

Vor allem in Norddeutschland wird Schilf noch heute zum Dachdecken genutzt. Es ist hier vor allem bekannt als Reet. Schilf ist wesentlich härter als andere Naturfasern und verrottet selbst bei ständigem Wasserkontakt nicht. Als Dämmstoff ist Schilf inzwischen ebenfalls beliebt, auch wenn dieser aktuell noch einen geringen Marktanteil hat und nur sehr wenige Hersteller ihn anbieten.

Schilf-Dämmung punktet vor allem durch seine ökologische Qualität: Sie besteht nur aus gepressten, parallel zueinander ausgerichteten Schilfrohrhalmen, die mit Draht zusammengebunden werden. Der Dämmstoff braucht keine chemischen Bindungsmittel und ist trotzdem feuchteresistent. Es entstehen keine Produktionsabfälle und Schilf lässt sich unproblematisch kompostieren. Die großen Luftkammern in den Schilfrohren sorgen zudem für sehr gute Dämmeigenschaften. Schilf-Dämmung hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,055 bis 0,065 W/mK.

Vor- und Nachteile von Schilf-Dämmung

VorteileNachteile
  • gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • besonders ökologisch, da 100 Prozent natürlich
  • hohes Eigengewicht
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • nicht geeignet für die Perimeterdämmung     
  • feuchteregulierend
  • feuchteresistent
  • energiearme Herstellung
  • guter Schallschutz
  • resistent gegen Schädlinge, Fäulnis und Schimmel
 
  • geringer Preis

Anwendungsbereiche

Sie können Schilf zur Dachdämmung (Unter-, Zwischen- und Aufsparrendämmung), zur Bodendämmung sowie zur Innen- und Außendämmung nutzen. Schilfrohrmatten oder -platten werden auch als dämmende Putzträger verwendet, vor allem für Lehmputze. Diese ergänzen die physikalischen Eigenschaften von Schilf optimal.

Kosten & Preise für Schilf-Dämmung

Eine Dämmplatte aus Schilfrohr kostet pro Quadratmeter zwischen zehn und 20 Euro.

Stroh-Dämmung

Naturdämmstoff Stroh(c) FNR

Stroh dämmt insbesondere dann gut, wenn die Halme senkrecht zum Wärmedurchgang verlaufen. Die Wärmeleitfähigkeit von Stroh liegt zwischen 0,043 und 0,052 W/mK. Darüber hinaus verbraucht es in der Herstellung sehr wenig Energie, enthält keine Giftstoffe und ist als landwirtschaftliches Abfallprodukt regional verfügbar. Trotz dieser guten Eigenschaften gibt es bislang nur weniger Anbieter von Stroh-Dämmstoffen. Das liegt möglicherweise an einigen Vorurteilen (wie die Angst vor Mäusen oder davor, dass Stroh leicht brennen könnte), die sich gegenüber Stroh als Baustoff halten, obwohl sie allesamt unbegründet sind.

Als Rohstoff für die Stroh-Dämmung dienen langhalmige Getreidesorten wie Roggen, Dinkel und Weizen. Sie werden direkt auf dem Acker zu Ballen gepresst, deren Feuchtegehalt maximal 15 Prozent betragen darf. Dadurch sind die Ballen uninteressant für Schädlinge und Schimmel und müssen nicht chemisch behandelt werden. Allerdings müssen Strohballen durch geeignete Holzwerkstoffplatten und weitere Verkleidungen vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Stroh-Dämmstoffe lassen sich wiederverwenden, kompostieren, thermisch oder in einer Biogasanlage verwerten.

Vor- und Nachteile von Stroh-Dämmung

VorteileNachteile
  • gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • Schutz vor Witterung und Feuchtigkeit notwendig
  • feuchtigkeitsregulierend
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • energiearme, nichtindustrielle Herstellung
  • bauaufsichtliche Zulassung notwendig
  • landwirtschaftliches Nebenprodukt
  • guter Schallschutz
  • regional verfügbar
  • weitgehend resistent gegen Schädlinge und Schimmel
  • geringer Preis

Anwendungsbereiche

Mit Stroh können Sie Außenwände, Dächer auf und zwischen den Sparren sowie Fußböden dämmen. Die Strohballen werden in ein Holzständerwerk eingesetzt und anschließend verputzt oder verkleidet. Sie können die Ballen außerdem als Baustoff für Strohbauten verwenden, wobei die Last von einer Holzkonstruktion getragen wird. Hierbei ist in Deutschland allerdings eine bauaufsichtliche Zulassung notwendig. Für den Innenausbau kommen andere Bauprodukte aus Stroh infrage, zum Beispiel hochverdichtete Strohbauplatten.

Kosten & Preise für Stroh-Dämmung

Ein Kubikmeter Baustroh (entspricht circa drei Quadratmeter Fläche in einer Dämmstärke von 36 cm) kostet etwa 48 Euro.

Schafwolle-Dämmung

Naturdämmstoff Schafwolle(c) FNR

Schafwolle ist der einzige Dämmstoff tierischen Ursprungs. Den Dämmstoff gibt es als Matten, Platten, Stopfwolle und Filze. Um Dämmplatten herzustellen, muss die Rohwolle noch nadelverfilzt werden. Schafwolle hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,037 bis 0,042 W/mK.

Als Nebenprodukt von Tierhaltung und Weidewirtschaft stammt Schafwoll-Dämmung in der Regel aus heimischer Schurwolle. Diese wird gewaschen und entfettet. Anschließend muss die Wolle zum Schutz gegen Motten mit einem Antimottenmittel behandelt werden. Genau hier liegt die Schwierigkeit bei Schafwoll-Dämmstoffen: einen wirksamen Mottenschutz zu haben, der zugleich gesundheitlich und ökologisch unbedenklich ist und die hervorragenden natürlichen Eigenschaften der Wolle nicht beeinträchtigt. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) hält einen chemiefreien Wollschutz namens Ionic Protect® für vielversprechend, der seit 2016 auf dem Markt ist. Dabei wird die Wolle biozidfrei auf plasmaionischer Basis fraßhemmend modifiziert und soll so permanent vor Mottenbefall geschützt sein. Dadurch ist Schafwoll-Dämmung zudem – wie der Rohstoff selbst – recycelbar. Darüber hinaus hat Schafwolle die Eigenschaft, zahlreiche Schadstoffe zu binden, beispielsweise Formaldehyd. Sie reinigt dadurch die Raumluft.

Vor- und Nachteile von Schafwolle-Dämmung

VorteileNachteile
  • sehr gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • Mottenschutz notwendig
  • besonders feuchtigkeitsregulierend
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • energiearme Herstellung
  • bindet zahlreiche Schadstoffe
  • guter Schallschutz
  • (heimisches) landwirtschaftliches Nebenprodukt

Anwendungsbereiche

Schafwoll-Dämmung eignet sich für die Auf- und Zwischensparrendämmung des Dachs, für Dachboden, Wände und Außenfassade. Bewährt hat sich Schafwolle laut FNR aber auch bei Kühlanlagen sowie im Bereich Schalldämmung vor allem bei Klima- und Lüftungsanlagen.

Kosten & Preise für Schafwoll-Dämmung

Schafwoll-Dämmung kostet etwa 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter.

Jute-Dämmung

Naturdämmstoff Jute-Dämmung(c) Griechisch/DUH

Dämmstoffe aus Jute sind ein Recycling- bzw. Upcyclingprodukt: Sie werden aus alten Jutesäcken hergestellt, in denen Kaffee oder Kakao nach Deutschland transportiert wird. Jute selbst ist eine Faser der tropischen Corchorus-Pflanzen, die vor allem in Bangladesch und Indien wachsen. Um den Dämmstoff herzustellen, werden die Jutesäcke zerkleinert und aufbereitet. Anschließend werden sie mit Soda als Brandschutzmittel vermischt und mit Biokunststofffasern aus Pflanzenstärke zu einem Vlies verfestigt.

Jute ist auch als Dämmstoff biologisch abbaubar. Die Wärmeleitfähigkeit liegt zwischen 0,037 und 0,040 W/mK.

Trotz dieser guten Eigenschaften gibt es aktuell nur einen Hersteller von Jute-Dämmung (Thermo Natur).

Vor- und Nachteile von Jute-Dämmung

VorteileNachteile
  • gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • energiearme Herstellung
  • Brandschutzmittel notwendig (Soda)
  • schadstofffrei
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • resistent gegen Schädlinge und Schimmel
  • biologisch abbaubar
  • Recyclingprodukt
  • feuchteregulierend
  • geringer Preis

Anwendungsbereiche

Jute können Sie als Wärmedämmung für Ihr Dach in allen Varianten verwenden (Auf-, Zwischen- und Untersparrendämmung). Sie können damit auch Holzbalkendecken sowie Außen- und Innenwände in Holzrahmen-, Holzständer und Metallständerwänden dämmen. 

Kosten & Preise für Jute-Dämmung

Dämmrollen und -matten aus Jute kosten pro Quadratmeter zwischen 2,20 und 2,70 Euro.

Kork-Dämmung

Naturdämmstoff Kork(c) FNR

Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Sie kann ab ihrem 20. Lebensjahr alle neun bis zehn Jahre geschält werden. Die Korkeiche wächst auf der iberischen Halbinsel und in Nordafrika, Kork ist also kein heimischer Rohstoff. Die langen Transportwege verschlechtern die Ökobilanz des Dämmstoffs.

Um ihn herzustellen, wird die Rinde zu Granulat gemahlen und mit etwa 350 °C heißem Wasserdampf behandelt. Dadurch bläht nicht nur das Granulat auf (expandiert), es tritt auch das korkeigene Harz aus, das das Granulat wiederum zu stabilen Blöcken verbindet. Daraus lassen sich dann Dämmplatten schneiden. Sie haben eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040 bis 0,045 KW/mK.

Kork gibt es aber auch lose expandiert als Schüttdämmung. Die Wärmeleitfähigkeit liegt dann bei 0,050 bis 0,055 W/mK.

Dämmstoffe aus Kork müssen nicht gegen Brand, Schimmel und Schädlinge behandelt werden. Das macht auch die Entsorgung unproblematisch. So lässt sich Korkgranulat beispielsweise als Stoff zur Bodenverbesserung in der Landwirtschaft oder im Gartenbau weiterverwenden.

Vor- und Nachteile von Kork-Dämmung

VorteileNachteile
  • gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • sommerlicher Hitzeschutz
  • kein heimisches Produkt
  • feuchtigkeitsregulierend
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • guter Schallschutz
  • kein Brandschutzmittel notwendig
  • resistent gegen Schädlinge, Schimmel und Fäulnis
  • sehr druckfest

Anwendungsbereiche

Lose Kork-Dämmung eignet sich für jede Art von Hohlraumdämmung (Wand, Decke, Zwischensparrendämmung des Dachs). Korkplatten sind geeignet für die Außendachdämmung, für die Fassadendämmung (WDVS und hinterlüftete Vorhangfassade) sowie für das Dämmen von Decken. Da die Platten besonders druckbeständig sind, können sie sogar unter Estrich verlegt werden.

Für die Fachwerksanierung gibt es Materialien aus Kork und Lehm, die eine diffusionsoffene Innenwanddämmung ermöglichen. Das ist für den Erhalt der historischen Gebäude wichtig.

Kosten & Preise für Kork-Dämmung

Kork-Dämmplatten kosten zwischen sieben und 60 Euro pro Quadratmeter, loser Korkschrot zwischen 210 und 400 Euro pro Kubikmeter.

Seegras-Dämmung

NeptuTherm Seegras-Dämmung(c) NeptuTherm

Seegras ist einer der jüngsten Dämmstoffe. Er wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt und erhielt erst Ende 2010 die bauaufsichtliche Zulassung als Stopf- und Schüttwolle. Bislang gibt es nur einen Hersteller, die NeptuGmbH.

Die Pflanzenfasern von Seegras werden durch natürliche Wellenbewegung zu zwei bis zehn Zentimeter großen Bällen geformt und in Massen an die Strände gespült. Diese sogenannten Neptun- oder Meerbälle galten lange als Abfall – bis sie vor einigen Jahren als natürlicher Dämmstoff entdeckt wurden, der ganz ohne chemische Zusätze auskommt. Die Wärmeleitfähigkeit von Seegras-Dämmung liegt bei 0,039 bis 0,046 KW/mK.

Die von der Sonne getrockneten Bälle werden zerkleinert, gesiebt und ohne weitere Zusätze zu Dämmwolle verarbeitet. Für die Herstellung braucht man sehr wenig Energie, deshalb hat Seegras-Dämmung trotz der relativ langen Transportwege vom Mittelmeer eine deutlich bessere Ökobilanz als konventionelle Dämmstoffe. Auch Seegras aus der Ostsee wird zur Dämmung genutzt. Dämmmatten aus Seegras befinden sich noch in der Entwicklung.

Seegras-Dämmwolle ist schadstofffrei. Es lässt sich mehrfach wiederverwenden oder kann als Pflanzsubstrat einfach unter Gartenerde gemischt werden. Seegras besitzt zudem einen natürlichen Brandschutz.

Vor- und Nachteile von Seegras-Dämmung

VorteileNachteile
  • sehr gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • sehr guter sommerlicher Hitzeschutz
  • begrenzt druckbelastbar
  • feuchtigkeitsbeständig
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • sehr energiearme Herstellung
  • fremd- und schadstofffrei
  • resistent gegen Pilze, Schädlinge und Fäulnis
  • kein zusätzliches Brandschutzmittel notwendig

Anwendungsbereiche

Seegras-Dämmwolle wird geschüttet, manuell gestopft oder eingeblasen. Sie eignet sich für die Innen- und Außendämmung der Fassade, für die Zwischensparrendämmung des Daches und für Holzbalkendecken. Auch die oberste Geschossdecke können Sie mit Seegras dämmen. Soll der Dachboden begehbar sein, brauchen Sie dann aber zusätzlich eine Trägerkonstruktion und einen Boden, zum Beispiel aus Hobeldiele.

Kosten & Preise für Seegras-Dämmung

Bei NeptuTherm kostet ein Quadratmeter Seegras-Dämmung zum Einblasen oder Stopfen zwischen den Sparren und in Wandhohlräumen sowie als Schüttdämmstoff für die oberste Geschossdecke oder für Speicherböden zwischen circa 27 und 57 Euro. 

Wiesengras-Zellulose-Dämmung

Wiesengras ist sehr genügsam in Anbau und Pflege, weitverbreitet und ein regionaler, nachwachsender Rohstoff. Es besteht zu 85 Prozent aus Zellulose, zu zehn Prozent aus Wasser und zu fünf Prozent aus Borsalz.

Um daraus einen Dämmstoff herzustellen, wird das Wiesengras nach der Ernte im Sommer vergoren und dadurch haltbar gemacht. Die so entstandene Silage wird anschließend mit warmem Wasser gewaschen. Heraus kommt eine nährstofffreie Zellulose, die mit dem Zusatz geringer Mengen Borate brandsicher gemacht wird. Wegen dieser nur geringen Mengen gilt Wiesengras-Zellulose-Dämmung noch als gesundheitlich unbedenklich, hautfreundlich und kompostierbar.

Wiesengras-Zellulose gibt es als Einblas- und Schüttdämmstoff. Sie besitzt eine Wärmeleitfähigkeit von 0,039 und 0,046 W/mK. Aktuell gibt es einen Hersteller (Biowert, Dämmstoff AgriCell).

Vor- und Nachteile von Wiesengras-Zellulose-Dämmung

VorteileNachteile
  • sehr gute Dämmeigenschaften
  • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • Brandschutzmittel notwendig (Borate)
  • feuchtigkeitsregulierend
  • nicht geeignet für Perimeterdämmung
  • atmungsaktiv
  • schadstofffrei
  • resistent gegen Schimmel

Anwendungsbereiche

Wiesengras-Zellulose können Sie als Einblasdämmstoff für Hohlräume im Wand-, Boden- und Dachbereich verwenden, zum Beispiel in Holzständerkonstruktionen. Wiesengras-Zellulose wird gerne für den Holzbau und die Altbausanierung genutzt, da es sich problemlos in bestehende Konstruktionen und schlecht zugängliche, verwinkelte Ecken des Daches einbringen lässt. Als Schüttdämmstoff eignet sie sich für ebene Flächen wie Fußböden oder auch leicht zugängliche Decken.

Kosten & Preise für Wiesengras-Zellulose-Dämmung

Wiesen-Zellulose-Dämmung kostet für die manuelle Verarbeitung zum Beispiel der obersten Geschossdecke zwischen rund 52 und 57 Euro pro Kubikmeter. Für die maschinelle Verarbeitung kostet sie als freiliegende Dämmung (beispielsweise auf horizontalen oder gewölbten Flächen und zwischen Balken von Dachdecken) zwischen circa 57 und 74 Euro pro Kubikmeter, als raumausfüllende Dämmung in geschlossenen Hohlräumen von Wänden, Decken oder Dächern in Holztafelbauweise und vergleichbaren Hohlräumen zwischen 65 und 107 Euro pro Kubikmeter.

Autoren: Kristina Simons / Marcus Franken

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